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Analysen

Nationalismus als Bedingung für Moderne und Fortschritt Vergleichende Betrachtungen zu Japan

Josef Schüßlburner

Der Beitrag zeigt auf, daß entgegen der linken Weltsicht, die insbesondere in Deutschland im Interesse der „Europäisierung“ auch von der sogenannten „Mitte“ gepflegt wird, Nationalismus und wissenschaftlich-technischer Fortschritt aufgrund des Weltlichkeitsprinzips eng verbunden sind. Dieser Zusammenhang wird im Beitrag an einem außereuropäischen Beispiel, nämlich anhand von Japan aufgezeigt.

Die Behandlung der japanischen Entwicklung ist auch durch die Tatsache veranlaßt, daß in diesem Jahr (2011) 150 Jahre deutsch-japanische Beziehungen gefeiert werden. Am 24.01.1861 ist der Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen dem König von Preußen und dem Shogun (im Vertrag als Taikuhn bezeichnet, vom Titel sei-i tai-shōgun abgeleitet) abgeschlossen worden:
http://www.unterstein.net/or/docs/PreussenHandel1861.pdf

Es handelt sich hierbei um einen typischen „ungleichen Vertrag“ von der Art wie ihn westliche Mächte damals mit nicht-europäischen Herrschaftsgebilden abgeschlossen haben, der aber ungeachtet dessen den Beginn einer wichtigen internationalen Beziehung markiert. Schließlich kann man die in Japan am 11.02.1889 in Kraft gesetzte Meiji-Verfassung, die in Japan den fortschrittlichen Nationalstaat errichtet hat, als Rezeption der Verfassung des Königreichs Preußen von 1850 ansehen (s. dazu im Einzelnen: Takii Kazuhiro, The Meji Constitution, The Japanese Experience of the West and the Shaping of the Modern State, Tokio 2007). Im Rahmen dieses Verfassungssystems ist es Japan gelungen, als bis vor kurzem einzigen Staat außerhalb des europäischen Kulturkreises eine moderne Industriegesellschaft zu verwirklichen. Den religionsgeschichtlichen Voraussetzungen hierfür versucht der Beitrag nachzugehen.



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